Köln (dapd). In Deutschlands Kinderzimmern ist die Wirtschaftskrise noch nicht angekommen. Für Willy Fischel vom Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels (BVS) ist der Nachwuchs sogar der Gewinner der Krise: "Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten haben Kinder und Familie Konjunktur", sagte Fischel am Donnerstag in Köln. So hätten die Eltern im vergangenen Jahr bei Spielzeuggeschenken noch weiter draufgelegt: "Für ihre Kinder im Alter bis zu drei Jahren geben die Deutschen im Durchschnitt 151 Euro im Jahr für Spielzeug im Jahr aus."
Ausgaben, die in den vergangenen fünf Jahren um 49 Prozent gestiegen sind. Entsprechend zufrieden ist die Branche mit ihren Umsatzzahlen. So wurden im vergangenen Jahr trotz eines Geburtenrückgangs von 2,5 Prozent rund 6 Prozent mehr für bei Baby- und Kleinkinderspielzeug ausgegeben als im Vorjahr. Auch für das laufende Jahr erwartet die Branche ein Plus von mindestens 3 Prozent und einen Gesamtumsatz von rund 317 Millionen Euro.
Dabei setzten die Verbraucher auf Qualität, Marke und Sicherheit, betonte Fischel: "Spielzeug aus dunklen Kanälen oder von der Resterampe ist praktisch unverkäuflich. Die Deutschen wollen für ihre Jüngsten nur erste Wahl und setzen damit überwiegend auf Qualitätsmarken."
Der deutsche Textileinzelhandel rechnet damit, dass in diesem Jahr 2,6 Milliarden Euro für Kinderkleidung in der Altersgruppe der bis zu 14-Jährigen ausgegeben werden, ein Rückgang gegenüber den 2,7 Milliarden Euro aus dem Jahr 2008. Gleichzeitig steigen aber die Ausgaben pro Kind von 240 auf 260 Euro im Jahr, da die Zahl der Kinder nur noch bei knapp zehn Millionen liegt. Auch spiegele sich wider, dass zunehmend Kinder in wirtschaftlich sicheren Verhältnissen geboren werden, bei denen die Verwandtschaft die entsprechende Kaufkraft hat: "Es gibt inzwischen Läden, in denen man Armani-Kleidung für Dreijährige bekommt", berichtete Verbandssprecher Jürgen Dax.
Nach seinen Angaben werden die Preise für Kinderbekleidung in den kommenden Monaten voraussichtlich leicht steigen. Hintergrund seien die stark gestiegenen Baumwollpreise und Lohnerhöhungen in den asiatischen Herstellerländern. Auch seien nach dem Abflauen der weltweiten Wirtschaftskrise die Preise für Seefracht aus ...
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